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Offene Gefäßverbindung zwischen Pulmonalisbifurkation und Aorta descendens kurz nach Abgang der linken A. subclavia
Normalerweise Spontanverschluss:
funktionell innerhalb der ersten 12 Stunden postpartal
anatomisch innerhalb der ersten Wochen postpartal
Geschlechterverteilung:
Mädchen : Jungen = 2 : 1
Vorkommen auch in Kombination mit anderen Herzfehlern
Der Ductus arteriosus verbindet als Relikt der linken 6. Kiemenbogenarterie die Lungenschlagader (Pulmonalarterie) mit der Hauptschlagader (Aorta).
Pulmonalisbifurkation = Aufgabelung des Pulmonalhauptstammes in die beiden Pulmonalarterien
Aorta descendens = absteigende Aorta
Arteria subclavia = Schlüsselbeinarterie
Pränatal (vor der Geburt) fließt ein Großteil des Blutes aufgrund des hohen Widerstandes im Lungenkreislauf über diese Kurzschlussverbindung von der Pulmonalarterie in die Aorta (physiologischer Rechts-Links-Shunt).
Die postpartal (= nach der Geburt) eintretende Lungendurchblutung mit rasch ansteigender Sauerstoffaufsättigung des Blutes bewirkt eine Kontraktion der glatten Muskulatur, die um den Ductus arteriosus spiralförmig angeordnet ist. Es kommt zum erst funktionellen und im weiteren Verlauf zum anatomischen Verschluss des Ductus arteriosus.
Unterbleibt dieser Verschluss, spricht man von einem offenen bzw. persistierenden (= fortbestehenden) Ductus arteriosus, der auch fälschlicherweise nach dem italienischen Chirurgen Leonardo Botallo (~ 1530-1571) als Ductus Botalli benannt wird.
Unterschiedliche Formen
Der Ductus arteriosus kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Der häufigste Konus-Typ zeigt eine gut ausgeprägte Erweiterung zur Aorta hin, die sich zur Pulmonalarterie verjüngt (s. a. Conus).
Abhängig von Weite u. Länge
meist asymptomatisch
Herzinsuffizienzzeichen nur bei sehr großem PDA
Die Symptomatik bei PDA hängt von der Weite und Länge des Ductus arteriosus ab. Die meisten Patienten sind ohne Beschwerden.
asymptomatisch = ohne Symptome (Krankheitsmerkmale)
Herzinsuffizienz = Herzschwäche
Auskultation
Echokardiographie
(Herzkatheteruntersuchung)
Oft fällt erst im Rahmen einer Routineuntersuchung ein Herzgeräusch auf.
Auskultation = diagnostisches Abhorchen von Organen (z. B. von Herz oder Lunge) auf Schallphänomene
Systolikum = Herzgeräusch in der Kontraktionsphase des Herzens (= Blutauswurfsphase = Systole)
Echokardiographie = Ultraschalluntersuchung des Herzens
Die klinische Diagnose PDA kann mit Hilfe der Echokardiographie bestätigt werden. Eine Herzkatheteruntersuchung ist nicht immer zwingend notwendig.
Konservativ
Medikamentöse Behandlung einer bestehenden Herzinsuffizienz
PDA-Verschluss
Interventionell:
Operativ:
Die medikamentöse Therapie beschränkt sich auf die Behandlung einer eventuell bestehenden Herzinsuffizienz (Herzschwäche; s. a. Herzinsuffizienztherapie).
Der PDA-Verschluss stellt die Therapie der Wahl dar und sollte nach Diagnosestellung durchgeführt werden.
Dies kann z. B. im Rahmen einer Herzkatheterintervention (Herzkathetereingriff) mit unterschiedlichen Verschluss-Systemen erfolgen oder aber in der Regel über einen operativen Eingriff, bei dem der PDA unter Sicht ligiert (unterbunden) und durchtrennt wird.
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Dr. med. Michael Ullmann
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