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Ausflussbahnbehinderung des rechten Ventrikels und/oder der Pulmonalarterie
Unterscheidung nach Lokalisation:
Subvalvulär
infundibulär
subinfundibulär
Valvulär (häufigste Form der PS)
Supravalvulär
zentral
peripher
Vorkommen:
isoliert oder assoziiert mit anderen Herzfehlern
Die Stenose (Engstelle, Verengung) im Bereich der Ausflussbahn des rechten Ventrikels (Herzkammer) bzw. im Bereich der Pulmonalarterie (= Lungenschlagader) wird als Pulmonalstenose bezeichnet.
subvalvulär = unterhalb der Klappe
infundibulär = trichterförmig; ein Infundibulum betreffend
Infundibulum = Trichter; trichterförmiges Gebilde
subinfundibulär = unterhalb des Infundibulums
Als Infundibulum (oder auch Conus arteriosus) wird der kegelförmige Übergang vom rechten Ventrikel in die Pulmonalarterie bezeichnet.
Conus = Kegel
valvulär = die Klappe betreffend, auf Klappenebene
supravalvulär = oberhalb der Klappe
peripher = weiter entfernt, in der Körperperipherie gelegen
Die Pulmonalstenose kommt isoliert (eigenständig, alleine) oder assoziiert (in Verbindung mit anderen Herzfehlern) bei 25 - 30 % der angeborenen Herzfehlern vor.
Abhängig von der Lokalisation
Valvuläre PS:
meist Verschmelzung der Kommissuren
verdickte und immobile Segel
Domstellung
z. T. Knopflochstenose
poststenotische Dilatation der PA
z. T. Klappendysplasie
Subvalvuläre PS:
unterschiedliche Morphologie:
infundibuläre:
kurz, fibrös, ringförmig oder langstreckig mehr muskulär
meistens mit VSD kombiniert
subinfundibulär:
anomales Muskelbündel im RV
Unterteilung in 2 Kammern ("double chambered right ventricle")
fast immer mit VSD
Supravalvuläre PS (Pulmonalarterienstenose, PAS):
vereinzelt oder multipel
uni- oder bilateral
kurz- oder langstreckig
selten als Hypoplasie der PA
Rechtsventrikuläre Hypertrophie
normaler Lungendurchfluss bei suffizientem Ventrikel
Einteilung nach Stenosegrad (systolischer Druckgradient zwischen RV und PA):
Abhängig vom systolischen Druckgradienten (= Druckunterschied) wird die Pulmonalstenose nach Nugent und Kollegen (1977) in verschiedene Schweregrade von unbedeutend bis ausgeprägt eingeteilt (bei normalem Blutfluss in der Pulmonalarterie).
Bei der valvulären Pulmonalstenose (PS), die häufigste Form der PS, kommt es meistens durch Verschmelzung der Kommissuren (Segelränder) zu einer trichterförmigen Einengung der Pulmonalklappe, die sich in der Systole (Blutauswurfsphase) domförmig in die Pulmonalarterie vorwölbt.
Die poststenotische Dilatation (Erweiterung hinter der Verengung) wird durch den Preßstrahl erklärt, der auf die Wand der Pulmonalarterie trifft und eine Ausweitung bewirkt.
Dysplasie = Fehlbildung in Folge gestörter Entwicklung
Die subvalvulären PS können ganz unterschiedliche Formen annehmen.
Bei der sogenannten subinfundibulären PS unterteilt ein anomales Muskelbündel den rechten Ventrikel in 2 Kammern (double chambered right ventricle = zweikammriger rechter Ventrikel), fast immer kombiniert mit einem Ventrikelseptumdefekt (VSD).
Die seltenere supravalvuläre PS (auch Pulmonalarterienstenose, PAS, genannt) präsentiert sich mit unterschiedlichen Formen und Lokalisationen.
Aufgrund der Ausflussbahneinengung muss der rechte Ventrikel einen höheren Druck aufbringen, um dieses Strömungshindernis zu überwinden. In Folge dieser Druckbelastung kommt es zur Herzhypertrophie, d. h. zur Zunahme der Muskelmasse durch Größenzunahme der Muskelzellen bei gleich bleibender Zellzahl.
Die Muskelhypertrophie erlaubt die Aufrechterhaltung eines normalen Herzzeitvolumens und damit eines ausreichenden Kreislaufes und einer normalen Lungendurchblutung zumindest in Ruhe und bei suffizientem (= ausreichend kräftigem) rechten Ventrikel.
Herzzeitvolumen (HZV), Herzminutenvolumen (HMV) = das vom Herzen pro Minute ausgeworfene Blutvolumen
Abhängig vom Schweregrad der Pulmonalstenose
selbst bei schwerer PS oft keine Beschwerden
i. d. R. normale Entwicklung
gelegentlich:
Ermüdbarkeit
Belastungsdyspnoe
Ventrikuläre Rhythmusstörungen
i. d. R. keine Zyanose
evtl. Belastungszyanose
Kritische PS:
akute Herzinsuffizienz
Aufgrund der kompensatorischen (ausgleichenden) Muskelhypertrophie mit Aufrechterhaltung eines normalen Herzminutenvolumens sind die Kinder meistens völlig beschwerdefrei, selbst bei mäßigen oder ausgeprägten Stenosen.
Dyspnoe = Atemnot
ventrikulär = den Ventrikel betreffend, vom Ventrikel ausgehend
Die normal entwickelten Kinder klagen gelegentlich über Ermüdbarkeit und Belastungsdyspnoe (belastungsabhängige Atemnot), manchmal werden auch ventrikuläre Herzrhythmusstörungen beobachtet.
Zyanose = Blausucht
Die kritische PS des Neugeborenen oder Säuglings macht sich fast immer mit einer akuten Herzinsuffizienz (Herzschwäche) bemerkbar.
Auskultation
EKG
Echokardiographie
Röntgen-Thorax
Herzkatheteruntersuchung
Auskultation = diagnostisches Abhorchen von Organen (z. B. von Herz oder Lunge) auf Schallphänomene
Systolikum = Herzgeräusch in der Kontraktionsphase des Herzens (= Blutauswurfphase = Systole)
HT = Herzton
EKG = Elektrokardiographie, Aufzeichnung der elektrischen Herzströme
Echokardiographie = Ultraschalluntersuchung des Herzens
In der echokardiographischen Untersuchung kann die PS dargestellt und der Druckunterschied gemessen werden.
Das Röntgen-Thoraxbild (Röntgenaufnahme des Brustkorbes) zeigt in der Regel ein normal großes Herz und eine Vergrößerung der Pulmonalarterie (Lungenschlagader)
invasiv = eindringend
Im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung kann der Druckunterschied invasiv gemessen und die Pulmonalstenose mit Kontrastmittel dargestellt werden.
Angiokardiographie = Darstellung des Herzens und der Gefäße mit Kontrastmittel
Abhängig von Schweregrad und Symptomatik / Klinik
Kritische PS:
Intervention:
Verschiedene Verfahren, abhängig vom Befund
Kommissurotomie
Exzision der Pulmonalklappe
OP bei valvulärer / subvalvulärer PS
RVOT-Rekonstruktion:
OP bei supravalvulärer PS, Pulmonalarterienstenose (PAS)
Patcherweiterungsplastik
Stenosenresektion
Zu den Notfallmedikamenten zählen z. B. Prostaglandin E zur Verbesserung der Lungendurchblutung über einen offen zu haltenden Ductus arteriosus oder Katecholamine zur Kreislaufunterstützung beim kritisch kranken Neugeborenen.
Valvuloplastie = Aufdehnung, Sprengung einer Herzklappenstenose (Verengung) mit Hilfe eines aufblasbaren Ballons an der Spitze eines (Herz)Katheters im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung.
Herzinsuffizienztherapie = Behandlung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Eine Übersicht über die jeweiligen Operationsverfahren der Pulmonalstenose erhalten Sie beim Anklicken der entsprechenden Links.
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